Wednesday, 26 April 2017 - Lea


Gäähn. Während ich mich heute „erst“ um 4.50 Uhr aus dem Bett quälen muss, dürfen manch andere ihren Tag schon um 4.00 Uhr starten. Eisig kalt war es in der Nacht geworden. Belustigt stelle ich fest, dass ich mich während der Nacht nicht von der Stelle bewegt habe, von der aus ich eingeschlafen bin. Mein Körper versucht anscheinend auch im Tiefschlaf, die eisigen Bettdecken und Laken nicht mehr zu berühren als nötig. Mit einer extra Jacke am Frühstückstisch sitzend und meine Cereals verschlingend, sinkt meine Laune noch mehr. Typisch Amerika, wie ich in den vergangenen Wochen feststellen konnte: Bei draußen frostigen -2 Grad läuft nicht nur die Heizung nicht, sondern die Klimaanlage ist auch noch an. Wahrhaftig freezing ist es im Haus.



Einige hektische Minuten später wird sich mit den anderen GAPP Teilnehmern an der Ostseite der Doherty High School getroffen, von wo aus es um 6.30 Uhr mit dem Bus drei Stunden Richtung Alamosa geht. Zuerst zu den Sanddünen, dann zum mexikanischen Restaurant direkt in Alamosa und anschließend zu den HotSprings – heiße Thermalquellen. Warme Aussichten also!





Um 9.30 Uhr am Visitor Center angekommen und dort 30 Minuten eine kleine Ausstellung über die Entstehung der Sanddünen betrachtet, ging es nochmal kurz weiter, um die faszinierenden Sanddünen im Great-Sand-Dunes-Nationalpark selbst zu erkunden. Von Frau Keller das grüne Licht für eine Stunde Erkundungszeit gegeben, ging es auch schon los. Aus dem Bus rausgesprungen, Schuhe und Socken ausgezogen, ging es kurz durch den flachen, sanften und kalten Schmelzwasserbach, dann auf den feinen Sand - teilweise auch mit kleinsten Steinen durchzogen. In viele Kleingruppen aufgeteilt, aber niemals alleine, entschieden sich manche, die Spitze der Dünen zu erklimmen, manche veranstalteten ein kleines Fotoshoot und einige genossen einfach nur ihre Zeit und atmeten die frische und stille Luft der scheinbar unberührten Mini-Wüste ein. Der Ausblick von Sanddünen hinter einen und dann Wasser, grünen Bäumen und leicht eingeschneiten Bergen vor einem war auch wirklich einzigartig.







Alle fast pünktlich wieder am Bus versammelt, fuhren wir um 11.30 Uhr zu unserem lunch. Während auf der ersten Busreise leise gesprochen oder hauptsächlich geschlafen wurde, klirrten jetzt die Fensterscheiben vor lauter schiefem Gesang. Von den vorderen Sitzen bis zur letzten Reihe wurden ständig verschiedenste Songs angestimmt - teilweise sogar mehrere gleichzeitig. Die vielleicht sogar ausgelassenste Stimmung des bisherigen Aufenthalts aufgesogen, marschierten wir eine dreiviertel Stunde später ins Calvillos in Alamosa. Nach einem köstlichen mexikanischen Büfett in einem extra für uns reservierten Raum mit langen Tafelreihen machten wir uns um 13.40 Uhr - noch führt der FCB zur Halbzeit gegen Dortmund, als sich einige vom Fernseher im Restaurant losreißen können - zur halbstündigen Busfahrt zu den HotSprings auf, wobei die meisten wohl eher Angst hatten, aufgrund des vollgeschlagenen Bauches im Wasser unterzugehen.


Da wir aber wegen organisatorischen Sachen noch ein wenig Zeit vertrödelten, hatten sich die Mägen bis dahin beruhigt und wir hatten dann insgesamt vier Stunden, um uns in einem Haupt- und zwei Nebenpools die Zeit zu vertreiben, was aber für jeden eindeutig genügt. Die HotSprings auf dem Privatgelände eines Bauern in Colorado sind zu einem süßen Schwimmbad mit Sprungbrettern und einer Art Essensbude umgestaltet worden. Das warme bis heiße Wasser wird einfach in die Becken geleitet. Mit schwimmen, verschiedenen Spielen, von Becken zu Becken wandern oder einfach relaxen werden einige der letzten Stunden unsers Amerikaaufenthalts verbracht. Jedoch werden eben diese genossen und nicht mit traurigen Gedanken an die Heimreise verschwendet.



Nachdem alle nach dem anstrengenden Tag wieder ein wenig Nahrung am Poolrand zu sich genommen hatten, geht es um kurz nach 18 Uhr los, um die dreieinhalbstündige Busfahrt nach Colorado Springs anzutreten. Daheim angekommen wird nochmals ausgiebig geduscht, um das Chlor der letzten beiden Schwimmtage wirklich endgültig aus den Haaren zu waschen. Später packe ich noch den Rest meiner Sachen, die ich nicht mehr in Amerika brauchen werde, in den Koffer.

Erschöpft und trotzdem glücklich über den vergangen Tag, schlafe ich in meinem Bett ein, diesmal mit noch einer extra warmen Decke dazu.

Lea
PS: Alles, alles Gute zum Geburtstag an meine liebe Schwester nach Hause!

Great Sand Dunes National Park

Calvillo's