Thursday, 27 April 2017 - Valentin


"Last day" ist das Erste was ich heute morgen denke, nachdem mein Wecker mich und Cally, die fetteste der sieben Katzen meiner Gastfamilie, welche für gewöhnlich auf meiner Brust schläft, aus dem Schlaf reißt. Während ich noch schlaftrunken zum breakfast stolpere, wird mir klar wie schnell unsere Zeit in Amerika vergangen ist und dass ich am liebsten nochmal 3 Wochen bleiben würde. Doch ich habe keine Zeit genauer darüber nachzudenken, da mich die drei Hunde der Familie schlabbernd in Empfang nehmen und glaubt mir, es ist echt schwer seinen morgendlichen Kaffee zu genießen, wenn die drei um einen herumwuseln.

Als wir dann in der Schule ankommen, merkt man schon das dies der letzte Tag ist und es Zeit wird Abschied zu nehmen.



50 Fotos vom deutschen Teil der Gruppe, die darauf warten von jedem einzelnen signiert zu werden; gut die Hälfte davon wird von uns an die Lehrer, die für uns Special-classes vorbereitet hatten, oder Leute, die im Hintergrund den Austausch organisiert und ermöglicht haben, weitergeleitet. Die Andere ist einfach für uns und unsere Austauschpartner.

Nachdem wir dem schuleigenen Laden für Klamotten noch einen Besuch abgestattet und den ein oder anderen "Doherty Spartans" oder "We before me" hoodie gekauft haben, gehts ein letztes Mal zum Shadowing und es heißt Abschied nehmen. Nicht nur von den Lehrern, mit denen man nach drei Wochen vielleicht sogar ein paar Witze reißt, sondern, viel wichtiger, von den Schülern, die man kennengelernt hat, aber mit denen man definitiv zu wenig Zeit verbracht hat. Ein paar letzte snapchat-accounts werden ausgetauscht und Besuchsversprechen gemacht. Wer denkt das es hier schon sehr emotional ist, hat noch nichts von der "going-away-party" gehört.

Um 4pm trifft sich die ganze Gruppe (einige der Deutschen in Tracht) inklusive Eltern um den Abschluss dieses Teils des Austauschs zu feiern. Zunächst bringt uns Teri den typisch amerikanischen line-dance bei.


Dann wird von dem großartigen Buffet gegessen und ein Ständchen für das Geburtstagskind Matthias gesungen.

Und jetzt wirds herzerweichend, jeder tritt für ein, zwei Minuten mit seinem Austauschpartner vor die Gruppe und sagt etwas zum Austausch, der Gastfamilie oder erzählt vom besten Moment, den man zusammen hatte. Tränen fließen in Strömen. Dennoch war es  der schönste Abschied den man sich hätte vorstellen können.

Zum Schluss bringen die Deutschen den Amerikanern noch die bayerische Polka und den Tanz zum Fliegerlied bei. 

Als ich nach hause komme habe ich grade noch genug Zeit meiner Gastfamilie für alles zu danken und zu versprechen, dass ich sie bald wieder besuchen werde, bevor ich meinen Koffer zu packen beginne, um morgen die Heimreise nach Deutschland anzutreten.

Alles in allem spreche ich, glaube ich, für alle wenn ich sage, dass die vergangenen drei Wochen wahrscheinlich zu den Besten unseres Lebens gehören und dass wir uns alle auf den zweiten Teil des Austausches in Deutschland freuen. 

Valentin